Neue Formen der Gesundheitsversorgung
Startschuss für neun BMBF-Projekte der BMBF-Förderlinie „Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituationen“
Im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituation“ beschäftigen sich die neun geförderten Projekte mit hybriden Interaktionssystemen im Gesundheitsbereich und damit, wie diese Systeme besser auf die Bedürfnisse der Patient*innen zugeschnitten werden können. Im Mittelpunkt stehen somit Co-Creation und Partizipation zur Einbindung sämtlicher Stakeholdergruppen. Zur Förderung dieses Ansatzes steht das Begleitforschungsprojekt CoCre-HIT („Co-Creation und nachhaltige Partizipation in der Entwicklung hybrider Gesundheits-IT“), mit dem Ziel ein theoretisch konzeptionelles Rahmenwerk für den Einsatz co-creativer Methoden zu erstellen, zur Verfügung. Entsprechend besteht die Aufgabe des Begleitforschungsprojektes unter anderem darin, Beratungs- und Vernetzungsmöglichkeiten für die acht Verbundprojekte bereitzustellen. So organisierte das interdisziplinäre Konsortium von CoCre-HIT das vergangene virtuelle BMBF-Auftakttreffen „Hybride Systeme“, an welchem rund 100 Vertreter*innen der neun geförderten Projekte teilnahmen.
Zum ersten Mal trafen die neun Forschungsprojekte beim Auftakttreffen am 25. & 26.04.2022 aufeinander und lernten sich gegenseitig kennen. Der Fokus der Auftaktveranstaltung lag deshalb auf der Vernetzung, dem Entdecken von Gemeinsamkeiten und der Diskussion über co-creative-Methoden, Nachhaltigkeit, Vertrauen und Sicherheit sowie Ethik und Datenschutz. Entsprechend hat das Begleitforschungsprojekt die Veranstaltung so geplant, dass es neben reichhaltigen Informationen zu den neun geförderten Projekten und zu co-creativen Methoden in Form eines „Lego-Serious-Play“ Workshops, viel Zeit zur Vernetzung und Diskussion in digitalen Breakout-Sessions zur Verfügung stand. So hatten die Verbundprojekte nach Vorstellung der eigenen Visionen und Zielsetzungen die Möglichkeit, in Kleingruppen über Anknüpfungspunkte und Gemeinsamkeiten zwischen den Projekten zu diskutieren. Neben Gemeinsamkeiten in der physischen Kontaktlosigkeit und der Nähe zu Telemedizin wurden hier auch bereits Vorteile der Co-Creation herausgestellt. Insbesondere durch die interdisziplinären Perspektiven und die Zusammenarbeit, soll unter frühzeitiger Einbindung von Endnutzenden ein Produkt entwickelt werden, welches an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist.
Wer in den Diskussionsrunden mit wem gesprochen hat, wurde anschließend auf einem Miro-Board erfasst. Ergebnis war ein grafisches Netzwerk aus Verbindungen zwischen verschiedenen interdisziplinären Personengruppen, was erneut zeigte, dass Vernetzung auch über die räumliche Distanz gelingen kann.
Weitere Diskussionsmöglichkeiten wurden durch die Durchführung eines virtuellen World Cafés mit Thementischen zu vier definierten Themengebieten ermöglicht. Dabei diskutierten Verbundprojekte und das Begleitforschungsprojekt über „Co-Creation in hybrider Gesundheit-IT: Best Practices & Herausforderungen“, „Vertrauen und Sicherheit in hybriden Systemen“, „Kooperative Formate (interdisziplinär/intersektoral) im Kontext von CoCreation“ und „Nachhaltige Verwertung und Vermarktung“ in vier Gruppen, um einen Einblick auf interdisziplinäre Perspektiven auf gleiche Problem- und Themenfelder zu erhalten. Die Diskussionen haben insbesondere gezeigt, dass Partizipation und Co-Creation als wichtige Faktoren verstanden werden und die möglichst frühe Einbindung aller Stakeholder einen essenziellen Stellenwert einnimmt. Allerdings wurden auch Herausforderungen deutlich, die insbesondere bei der Beteiligung vulnerabler Personengruppen zu beachten sind.
Die Möglichkeit des informellen Austauschs und Kennenlernens bot sich den Teilnehmenden am Abend des ersten Tages des Auftakttreffens. Während des „Socializing Events“ kochten einige der Teilnehmenden des Auftakttreffens in einem Online-Format zusammen – teilweise unter Beteiligung ihrer Familien – was trotz der Distanz die Gemeinschaft der Gruppe stärkte.
Die ersten Schritte auf dem Weg zum besseren Abgleich von digitalen Anwendungen mit den Bedürfnissen der Patient*innen sind mit Durchführung des Auftakttreffens getan. Im fortwährenden Austausch zwischen den Projekten sowie in Interviews, regelmäßigen Forschungswerkstätten und zwei großen Vernetzungssymposien gilt es nun die Entwicklung hybrider Gesundheits-IT (auch in Ausnahmesituationen), unter Anwendung co-creativer und partizipativer Methoden, zu fördern. Die inhaltliche Ausgestaltung der Veranstaltungen richtet sich unter anderem nach der Bedarfsermittlung anhand der Dokumentenanalyse der jeweiligen Projektskizzen sowie nach den Ergebnissen aus dem Auftakttreffen.
Hintergrund
In CoCre-HIT arbeiten Forschungs- und Umsetzungspartner aus relevanten Bereichen an der Schnittstelle zwischen beteiligungsorientierter Technik-, Gesundheits- und Alternsforschung zusammen:
- Institut für Wirtschaftsinformatik / IT für die alternde Gesellschaft, Universität Siegen, (Vertr.-) Prof. Dr. Claudia Müller (Leitung) & Tim Weiler M.Sc.
- Medien / Digitale Gesundheit und intelligente Nutzerschnittstellen, Hochschule Düsseldorf (Prof. Dr. Alina Huldtgren & Holger Klapperich M.A.)
- Bayerisches Zentrum Pflege Digital, Kempten (Prof. Dr. Johannes Zacher, Dr. Florian Fischer, Dr. Tobias Wörle & Barbara Weber-Fiori M.A.)
- Institut für Gesundheit, Altern, Arbeit und Technik, Hochschule Zittau/Görlitz (Prof. Dr. Andreas Hoff & Cordula Endter)
- Institut für Gerontologische Versorgungs- und Pflegeforschung, Hochschule Ravensburg-Weingarten (Prof. Dr. Maik Hans-Joachim Winter & Claudia Boscher M.A.)
- SIBIS-Institut für Sozialforschung, Berlin (Dr. Sibylle Meyer)
- Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik, St. Augustin (Elisabeth Stein M.A.)
- Agentur Hühnergötter, Bonn (Corinna Ruppel)
- Landeszentrum Gesundheit NRW (Gaby Schütte MPH & Dipl.-Ök. Stefan Feuerstein)